Die Tiere sollen ruhig, ausgeglichen, gelassen und klar im Kopf sein. Aus diesem Grund bleiben die Fohlen mindestens
8 Monate bei der Mutter und wachsen artgerecht im Herdenverband auf. Das ist schon die „halbe Miete“.
Bei einer Lebenserwartung von ca. 20 Jahren und mehr macht sich dies absolut bezahlt! Je nach Tier beginne ich mit der Grunderziehung ab einem Alter von ca. 5 bis 6 Monaten ohne sie in ihrer natürlichen geistigen und körperlichen Entwicklung zu überfordern, zu behindern oder gar fehlzuprägen. Anfangs werden sie eingefangen und tragen stundenweise nur ein Halfter. Wenn sie das Halfter akzeptieren, werden sie neben der Mutter am Putzplatz kurz angebunden. Kurz, damit sie sich nicht verheddern - dann müssen sie auch nicht gegen mich „kämpfen“.
Daneben stehende ruhige Tiere werden geputzt – dann kann das Fohlen schon mal sehen, dass das gar nicht schlimm ist. Irgendwann ist das Kleine selber dran. Dann beginnen an Mutters Seite auch die ersten kurzen Ausflüge.

Zum Nägel schneiden übe ich anfangs das Füße geben nur an den Vorderbeinen. Erst wenn das in Verbindung mit einem Kommando sehr gut klappt, geht’s an das hintere Paar. Ab einem Alter von 2 Jahren werden die Jungs an das Tragen eines Packsattels (ohne Gewicht) gewöhnt.

Im Rahme der Ausbildung werden die Tiere natürlich stimmlich gelobt und sie erhalten teilweise zur Belohnung artgerechtes Futter aus der Hand.

Während der Arbeit mit Tieren trainiert man seine Fähigkeiten, sich in ein Lebewesen einzufühlen und zum Beispiel einem nervösen Tier Ruhe zu geben. Eigentlich sind dies selbstverständliche Dinge, doch sie wirklich und auch gut umzusetzen ist nicht immer leicht. Letztendlich sind Lamas wie ein Spiegel, der die Augen öffnet und einen dazu bringt selbst an sich zu arbeiten.
Teilweise merke ich gar nicht, dass ich etwas angespannt oder gar leicht gestresst bin. Oft realisiere ich dies erst, wenn das Tier nicht so 'funktioniert' wie sonst. Dann verlange ich eine Übung, die wirklich beherrscht wird, lobe kräftig und beende die Trainingseinheit. Lamas haben ein Gedächtnis wie ein Elefant!

2017 © by Cornelia Sprink · Stand 12/2016